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| Florence
Hervé (Hrsg.) | |
| Clara
Zetkin oder: Dort kämpfen, wo das Leben ist | |
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| 147
S., mit 9 Abb., Broschur 6,90 € ISBN: 978-3-320-02096-5
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 Florence
Hervé
Dr. phil., Dozentin, freie Journalistin und Autorin, Mitübersetzerin
der Biographie Clara Zetkins von Gilbert Badia und Herausgeberin u. a. des Kalenders
»wir frauen« und eines biographischen Essays über Simone de Beauvoir.
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Kein
Redakteur im heutigen Deutschland würde es wagen, diese Frau in eine Talkshow
einzuladen. Diese Frau war Opposition per se: Frauenrechtlerin, revolutionäre
Sozialistin, Initiatorin des Internationalen Frauentags, Kriegsgegnerin, Kommunistin
in der Tradition Rosa Luxemburgs, 1932 von den Nazis attackierte Alterspräsidentin
des Deutschen Reichstags. Clara
Zetkin (1857 bis 1933), vor 1914 die »grande dame« der deutschen Sozialdemokratie,
nach 1918 umstrittene und streitbare Persönlichkeit des deutschen Kommunismus,
ist immer noch unbequem. Denn es lohnt sich, ihre Thesen zur Frauenerwerbstätigkeit,
zur Schulbildung, zu Krieg und Frieden oder zum Faschismus neu zu entdecken. Nicht
zuletzt dafür wird sie abgestraft: mit dem Ausschluß aus dem Erinnerungskanon.
Trotzdem hallt der Name Clara Zetkins aus dem vergangenen Jahrhundert herüber,
signalisiert er doch immer noch auch denen, die sonst nichts wissen, eines: Widerstand.
Dafür wird sie von den einen abgelehnt, von den anderen geliebt.
»Welch
bittere Enttäuschung! Nicht nur um den Lebensunterhalt zu finden, greift die bürgerliche
Frau zur Berufsarbeit. Sie sucht in ihr einen tieferen, reicheren Lebensinhalt.
Sie flüchtet vor der Öde und Enge des Nichts-als-Aschenputteltums zu der Berufsarbeit
als einer Vorbedingung freieren, volleren Menschentums. Heutzutage aber findet
sie in ihr nur eine neue Einseitigkeit der Betätigung an Stelle der alten Beschränkung.
War sie früher die Nichts-als-Hausfrau, so wird sie nun zur Nichts-als-Berufsarbeiterin.
Warum das? Weil in der kapitalistischen Gesellschaft die Arbeit nicht frei ist.
Diese Unfreiheit der Arbeit bedingt, daß der Beruf nicht dem Menschen dient, sondern
den Menschen beherrscht.« Clara Zetkin |
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| Waltraut
Schälike | | | »Ich
wollte keine Deutsche sein« | |
| Berlin-Wedding
– Hotel »Lux« – Dietz Verlag | |
| Aus
dem Russischen und herausgegeben von Frank Preiß, unter Mitarbeit von Ruth Stoljarowa
und Karl Harms Eine Kindheit im Hotel »Lux« – der Überraschungsfund dieses
Herbstes: Dieser Titel erscheint zum 60. Jahrestag des Karl Dietz Verlages Berlin. |
| 344
S., mit 90 Abb., gebunden 24,90 € ISBN: 978-3-320-02082-8 bestellen |
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Waltraut
Fritzowa Schälike geb. am 20. Januar 1927 in Berlin, kommt 1931 zusammen
mit ihren Eltern Fritz und Luise Schälike nach Moskau; während des Krieges lebt
sie anderthalb Jahre im Internat der Kommunistischen Internationale; 1949 beendet
sie die historische Fakultät der Moskauer Universität; danach geht sie mit ihrem
Mann nach Kirgisien, sie wird Hochschullehrerin; ihre Dissertation schreibt sie
über die Märzkämpfe in Berlin. 1988 kehrt sie nach Moskau zurück, arbeitet als
Redakteurin der Zeitschrift »Neues Leben«. Waltraut Schälike hat drei Söhne und
sieben Enkel.
 Frank
Preiß Ausbildung an der Offiziershochschule der Landstreitkräfte der NVA,
von 1980 bis 1986 Dienst in der NVA; 1986 bis 1990 Philosophiestudium an der militärpolitischen
Akademie der sowjetischen Streitkräfte in Moskau, bis Dezember 1990 Lehrer an
der Militärpolitischen Hochschule der NVA in Grünau. Seit 1991 für einen internationalen
Finanzkonzern tätig.
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Von
1931 bis 1948 lebte Waltraut Schälike im berühmt-berüchtigten Hotel »Lux«, der
Moskauer Herberge für ausländische Kommunisten; länger als jeder andere Deutsche.
Nur während des Krieges war sie wie alle anderen Emigranten fern von Moskau. Frank
Preiß traf die bald Achtzigjährige im vergangenen Sommer auf ihrer Datscha. Was
die Tochter aus kommunistischem Hause über das Leben im »Lux« berichtet, geht
weit über das hinaus, was prominente Gäste wie Wolfgang Leonhard und Ruth von
Meyenburg mitteilten. Denn Waltraut Schälike verbrachte nicht nur ihre Kindheit
und Jugend dort, sondern erlebte das »Lux« auch aus verschiedenen »sozialen Perspektiven«.
Zuerst als privilegierte Tochter eines hochgeachteten deutschen Kommunisten, der
in Berlin schon 1918 auf den Barrikaden gestanden und Anfang der zwanziger Jahre
den »Verlag der Jugendinternationale« gegründet und geleitet hatte. Später als
Tochter zweier Kommunisten, die 1938 gegen die Verhaftung ihres besten Freundes,
des ersten Mannes von Lotte Ulbricht und späteren stellvertretenden Kulturministers
der DDR, Erich Wendt, protestiert und deshalb Arbeit und Einkommen verloren hatten.
Doch die erwartete Verhaftung der Eltern unterblieb, denn Erich Wendt widerstand
der Folter und wurde »rehabilitiert«. Nach dem Krieg – Hitler und Stalin hatten
die Reihen der deutschen Kommunisten gelichtet – wurde der Verleger Fritz Schälike
trotz eines schweren Augenleidens wieder benötigt, zuerst in Dresden, dann in
Berlin, wo er den Verlag der SED, den Dietz Verlag, aufbaute und bis 1963 leitete.
Waltraut Schälikes Weg kreuzten viele Menschen mit großen Namen: Wilhelm Pieck,
Walter Ulbricht, aber auch die Kinder von Stalin und anderer Großkopfeten des
Sowjetstaates wie Molotow und Mikojan, mit denen sie zur Schule ging. Stalins
Tochter, die heute zurückgezogen bei London lebt, hielt bei politischen Auseinandersetzungen
mehr als einmal die Hand über die oft naive Waltraut aus Berlin. Nach Hitlers
Krieg blieb sie allein in der Sowjetunion zurück. Mit ihrem Lebensweg eignete
sie sich aber nicht zur Stalinistin; deshalb ließ sie sich nach der Ausbildung
ins ferne Kirgisien schicken. Sie ist heute eine angesehene Marxforscherin. |
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| Horst
Brie | | | Erinnerungen
eines linken Weltbürgers | |
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223 Seiten, mit 20 Abb., gebunden, 16,90 € ISBN: 978-3-320-02084-2 |
| | bestellen | | | Nach
dem Untergang der DDR sind hunderte autobiographischer Titel entstanden, deren
Autoren entweder den verschwundenen Staat anklagen oder aber ihre eigene Lebensleistung
verteidigen, nicht selten auch rechtfertigen. Es handelt sich zumeist um doppelt
gebrochene Biographien mit den Einschnitten 1945 und 1989. Mit all diesem
haben die Erinnerungen von Horst Brie (geb. 1923) nichts gemein. Er zählt zu den
wenigen Deutschen, die auf ein Leben aus einem Guss zurückblicken – gerade weil
es von so viel anderer Art Brüche geprägt wurde: ein Weltbürger deutscher Herkunft.
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In Berlin-Karlshorst aufgewachsen, verließ er mit seinen Angehörigen 1934 als
doppelt Bedrohter Deutschland – er war das Kind nicht nur eines in der KPD aktiven
Vaters, sondern auch einer Familie, in der die Vorfahren den jüdischen Glauben
gepflegt hatten. Brie berichtet von seiner Rückkehr im Jahre 1945 und seiner
Beteiligung am Wiederaufbau, die ihm jung eine ungeplante Karriere als Funktionär
bescherte und die durch den aufziehenden Kalten Krieg und die Verdächtigung aller
»Westemigranten« 1950 ebenso ungeplant beendet wurde. Das alles wird ruhig und
selbstbewusst, frei von Überhöhungen ebenso wie von jeglicher Larmoyanz, erzählt.
Das Kapitel über die Zeit in einem mecklenburgischen Dorf liest sich nicht weniger
informativ als die Berichte über China, Korea, Japan, Griechenland, wo Brie –
1955 »rehabilitiert« – die DDR diplomatisch vertrat. Auch wenn er das Understatement
– eine der Prägungen, die er im britischen Exil erfuhr – auf angenehme Weise nicht
kultiviert, schimmert es durch alle Zeilen und verleiht dem Text damit eine hohe
Glaubwürdigkeit: ob er nun über die Zusammenarbeit mit Geheimdiensten oder über
die Begegnungen mit Lenkern der Welt berichtet. Einen zusätzlichen Wert erhält
das Buch durch die Darstellung der Zusammenarbeit mit Spitzenpolitikern der DDR;
immer wieder entstehen ganz überraschende Porträts. Auch hier zeigt Horst Brie,
dass ihm die eigene Ansicht wichtiger ist als der billige Beifall. Ein Buch, das
bleiben wird. | |
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Clemens
Burrichter Prof. Dr. phil., langjähriger Direktor des Institutes für Gesellschaft
und Wissenschaft (IGW) an der Universität Erlangen-Nürnberg. Veröffentlichungen:
Fernsehen und Demokratie. Zur Theorie und Empirie der politischen Information
des Fernsehens, Gütersloh 1970 (Dissertation); Produktivkraft Wissenschaft. Sozialistische
Sozialwissenschaften in der DDR, Hamburg 1970; Grundlagen der historischen Wissenschaftsforschung,
Basel/Stuttgart 1979; Fusion der Wissenschaftssysteme – Erfahrungen, Ergebnisse,
Perspektiven, Erlangen 1991 (Mithrsg.). Detlef
Nakath Dr. sc. phil., langjähriger Mitarbeiter am Institut für Geschichtswissenschaften
der Humboldt-Universität zu Berlin, 1994 bis 2000 Mitarbeiter an zwei Forschungsprojekten
der DFG, seit 2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter bei »Helle Panke e. V.« Berlin.
Mitglied der Leibniz-Sozietät. Veröffentlichungen: Die Parteien und Organisationen
der DDR. Ein Handbuch, Berlin 2002 (Mitautor/Mithrsg.); Architekt und Brückenbauer.
Gedanken Ostdeutscher zum 80. Geburtstag von Egon Bahr. Bonn 2002 (Mitautor/Mithrsg.);
Deutsch-deutsche Grundlagen. Zur Geschichte der politischen und wirtschaftlichen
Beziehungen zwischen der DDR und der Bundesrepublik in den Jahren 1969 bis 1982,
Schkeuditz 2002 (Autor). Gerd-Rüdiger
Stephan seit 1990 Mitarbeiter am Institut zeitgeschichtliche Jugendforschung
Berlin, Geschäftsführer der Luxemburg-Stiftung Brandenburg. Veröffentlichungen:
Dokumente zur Zeitgeschichte (Berlin 1993 ff., bzw. Hrsg. von sieben Bänden);
Die SED. Geschichte – Organisation Ein Handbuch, Berlin (Mitautor/Mithrsg.); Parteien
und Organisationen der DDR. Ein Handbuch, Berlin 2002 Mitautor/Mithrsg.). |
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| Clemens
Burrichter, Detlef Nakath, Gerd-Rüdiger Stephan (Hrsg.) |
| | Deutsche
Zeitgeschichte von 1945 bis 2000 | |
Gesellschaft
– Staat – Politik Ein Handbuch | |
| 1.357
Seiten, gebunden im Schuber, mit einer CD-ROM »Chronologie 1945 bis 2000
und Gesamtbibliographie« 98,00 € ISBN 978-3-320-02069-9 |
| bestellen |
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Sechzig
Jahre nach der Befreiung Deutschlands vom Hitlerfaschismus und fünfzehn Jahre
nach der staatlichen Einheit Deutschlands legen prominente Wissenschaftler und
Publizisten erstmals eine Überblicksdarstellung zur gesamtdeutschen Zeitgeschichte
seit 1945 vor. 1945 wurde Deutschland bekanntlich in vier Besatzungszonen aufgeteilt;
von 1949 bis 1990 existierten zwei deutsche Staatsgebilde; seit 1990 entwickelt
sich die Bundesrepublik als vereintes Land. Vierzig Autoren aus Ost und West,
aus dem In- und Ausland, aus verschiedenen Generationen analysieren nunmehr Parallelen
und Unterschiede, sie betrachten Abläufe, Zusammenhänge und Hintergründe. Im Mittelpunkt
steht die politische Geschichte Deutschlands sowie die wirtschaftliche und soziale
Entwicklung. Das Projekt wurde maßgeblich begleitet von den Sozialwissenschaftlern
und Historikern Gerald Diesener, Cornelia Domaschke, Andreas Herbst, Michael Herms,
Wolfgang Girnus, Thomas Klein, Daniel Küchenmeister, Andreas Malycha, Wilfriede
Otto, Siegfried Prokop, Jörg Roesler und Jörn Schütrumpf. Das
Handbuch »Deutsche Zeitgeschichte von 1945 bis 2000« orientiert sich an den aktuellen
Diskussionen über den historischen Platz der DDR, der Bundesrepublik sowie des
vereinigten Deutschlands. Es soll Bürgern in den neuen Ländern mit »DDR-Sozialisierung«,
in der Alt-Bundesrepublik aufgewachsenen und ausgebildeten Personen sowie der
nachgewachsenen Generation den Zugang zu unterschiedlichen Sichtweisen auf deutsche
Zeitgeschichte im Zeitraum der »Zweistaatlichkeit« und seit 1989/90 ermöglichen.
Der weiter andauernde Prozess der deutschen Einheit erfordert die Vermittlung
und Diskussion zeitgeschichtlichen Wissens über die »doppelte« deutsche Vergangenheit
nach 1945. Das
vorliegende Handbuch stellt – ebenso wie die vorausgegangenen Bände »Die SED«
und »Die Parteien und Massenorganisationen der DDR« – kein starres enzyklopädisches
Nachschlagewerk dar. Es entstand in dem Bemühen, Fakten und Zusammenhänge aufzuzeigen,
Bewertungen und Differenzierungen auf der Grundlage der bisher zugänglichen Quellen
vorzunehmen und die Forschungsergebnisse seit den Ereignissen von 1989/90 zusammenzufassen.
Der
Band wird eindrucksvoll ergänzt durch die CD-ROM »Chronologie 1945 bis 2000 und
Gesamtbibliographie«. Deren Mittelpunkt bildet eine neuartige Zeittafel, die sich
auf die gesellschaftspolitische bzw. politische Entwicklung von 1945 bis 2000
konzentriert, wobei wichtige Aspekte des Alltagslebens berücksichtigt werden.
Dargestellt werden 56 Jahre Chronologie in Form des Datums, der Ereignisnennung,
eines erläuternden Textes sowie der Quelle mit Titelangabe und genauem Fundstellenverweis.
Enthalten sind weiterhin eine ausführliche Bibliographie sowie – zur Volltextrecherche
– das annotierte Personenregister.
Die CD-ROM wurde erstellt bzw. bearbeitet
von Cornelia Domaschke, Klaus-Dieter Fiebelkorn, Andreas Herbst, Birgit Herms,
Christine Krauss, Detlef Nakath, Siegfried Prokop, Gerd-Rüdiger Stephan, Sven
Ullrich, Marga Voigt, Jürgen Walther, Susann Nelle, Karla Popp, Katharina Schwerendt,
Anne Trunschke.
Die Autoren sind Marcel Boldorf (Jena), Clemens
Burrichter (Berlin), Burghard Ciesla (Berlin), Doris Cornelsen (Berlin), Erhard
Crome (Berlin), Horst Dähn (Stuttgart), Gerd Dietrich (Berlin), Gerald Diesener
(Leipzig), Bernd Florath (Berlin), Gert Geißler (Berlin), Joachim Heise (Berlin),
Andreas Herbst (Berlin), Stefan Keßler (Berlin), Johannes L. Kuppe (Bad Honnef),
Siegfried Kupper (Nürnberg), Hubert Laitko (Berlin), Michael Lemke (Potsdam),
Reinhard Mocek (Halle/S.), Jean Mortier (Paris), Ingrid Muth (Berlin), Detlef
Nakath (Potsdam), Christel Nehrig (Birkenwerder), Wilfriede Otto (Berlin), Ulrich
Pfeil (Paris), Alexander von Plato (Hagen), Karla Popp (Berlin), Herbert Reinke
(Wuppertal), Jörg Roesler (Berlin), Katrin Schäfgen (Berlin), Volkmar Schöneburg
(Potsdam), Lothar Schröter (Potsdam), Siegfried Schwarz (Berlin), Benno-Eide Siebs
(Berlin), Joachim Schunke (Strausberg), Joachim Tesch (Leipzig), Marga Voigt (Berlin),
Jochen Weichold (Berlin), Klaus Weise (Berlin), Stefan Paul Werum (Hamburg). |
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Hans-Dieter
Schütt bis 1989 Chefredakteur der »Jungen Welt«. Seit 1992 Feuilletonredakteur
der Zeitung »Neues Deutschland «. Seine Gesprächsreihe bei dietz berlin besteht
inzwischen aus zehn Bänden. | |
| Hans-Dieter
Schütt | | | Gläubig
und Genosse | | | Gespräche
mit Bodo Ramelow | |
174 Seiten,
Broschur, mit Abbildungen 9,90 € ISBN 978-3-320-02074-3 |
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Er ist der kommende Mann der Linkspartei. PDS. Er ist aber auch der Mann, der
schon sehr präsent ist. Ihm, dem Wahlkampfleiter, ist wesentlich zu verdanken,
daß die PDS so stark im Bundestag vertreten ist. Er wird nun derjenige sein, der
die Vereinigung von WASG und PDS verantwortet, sie geistig und praktisch organisiert.
Und: Er ist deshalb jetzt der wohl wichtigste Vermittler in der Partei – zwischen
den Generationen, zwischen Ost und West, zwischen Pragmatikern und Visionären.
Wer ist dieser Mann? Im Ohr einen Glitzerstein, an den Händen dicke Silberringe.
Modische »Beigaben« eines Mannes, der als harter Knochen gilt, als gewiefter Taktiker.
Manche nennen ihn einen »scharfen Hund«. Der 49-Jährige ist das jüngste von vier
Kindern, aufgewachsen im niedersächsischen Osterholz-Scharmbeck. Tiefe Torflandschaft.
Ein »Kind der Nach-68er-Bewegung« nennt er sich selber. Und konservativ-evangelisch.
So einer als führender Sozialist? Er kämpfte gegen Berufsverbot, war in Mittelhessen
hauptamtlicher Gewerkschafter, wirkte nach dem Ende der DDR als Schlichter für
die Kumpel von Bischofferode. 1999 trat er der PDS bei und schockierte mit seinem
Stehvermögen, seinen Ideen in Thüringen. Als Fraktionsvorsitzender wurde er zu
einem der erfolgreichsten Regionalpolitiker seiner Partei. Die Gespräche mit
Bodo Ramelow porträtieren einen Politikertypus der Moderne, der zu tun hat an
der Schnittstelle von reduzierten Möglichkeiten von Politik und zugleich wachsenden
Sehnsüchten der Menschen nach Werten, nach Orientierung. Er ist ein eigensinniger
Kerl, sehnig, berechenbar, originell. Einer, der mitten im Leben steht und den
man trotzdem nach den großen, letzten Dingen des Daseins befragen kann. | | |
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| Wolfgang
Herzberg (Hrsg.) Als Sohn jüdisch-deutscher Emigranten 1944 in England
geboren, in Ostberlin aufgewachsen. 1964 bis 1971 Studium der Kulturwissenschaften
an der Berliner Humboldt-Universität. Seit 1981 freiberuflicher Publizist von
biographischen Interviewbüchern und Autor von Rocktexten für »Pankow« sowie Liedern
und Gedichten. | |
| Wolfgang
Herzberg (Hrsg.) | |
| Gerry
Wolff: »Die Rose war rot« | |
| mit
Audio-CD | |
160
Seiten, mit Abbildungen, Broschur, mit einer CD, 14,90 € ISBN 978-3-320-02070-5 |
| | bestellen |
| | | »Gerry
Wolff hat sein Leben nicht zu einem Buch verarbeitet, doch es wäre filmreif gewesen«,
schrieb die »Berliner Zeitung« im Februar 2005 in ihrem Nachruf auf den großen
Schauspieler. Doch der tragikomische Schelm schlug selbst seinen Nachrufverfassern
noch ein Schnippchen. Denn bereits 1999 hatte er ein längeres lebensgeschichtliches
Interview gegeben, das hier erstmals postum veröffentlicht wird. Seine Lebenserzählung
ist in der Tat filmreif: Sie steht für jene jüdisch-deutsche Generation, die als
Kinder und Jugendliche nach England emigrieren mußten und dort zu Kommunisten
wurden. Sie kehrten nach 1945 bewußt in die entstehende DDR zurück, litten aber
nicht selten an den Zuständen dort; manche scheiterten an ihnen auch tragisch.
Gerry Wolff gehört dennoch in die Ahnenreihe jener jüdischen Überlebenden, die
der Theater-, Film-, Fernseh- und Chanson-Kultur der DDR ein unverwechselbares
Gesicht und eine warmherzige Stimme gaben. | | |
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| Helmut
Bock Prof. em. Dr. phil. habil., Historiker. Vormals Akademie der Wissenschaften
der DDR; Einzelvertrag im Wissenschafts-Integrations-Programm seit 1992. Zahlreiche
Veröffentlichungen zum Vormärz (Börne, Heine, Kulturgeschichte), zur Geschichte
und Kritik der bürgerlichen Revolutionen von 1789 bis 1917/21, zu Krieg oder Frieden
im Wandel der Geschichte. Im Karl Dietz Verlag erschien 2002 seine Dokumentation:
Wir haben erst den Anfang gesehen. Selbstdokumentation eines DDR-Historikers 1983
bis 2000.
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| Helmut
Bock | | Heinrich
Heine »Verlor’ner Posten in dem Freiheitskriege« |
| | Zum
150. Todestag | |
127
Seiten, Broschur 9,90 € ISBN 978-3-320-02075-0 |
| bestellen
| »Ein
Posten ist vakant! – Die Wunden klaffen – Der eine fällt, die andern rücken
nach – Doch fall’ ich unbesiegt und meine Waffen Sind nicht gebrochen
– nur mein Herze brach.« (»Enfant perdue«) | |  | |
| Der
Historiker, der mit einer Biographie über Ludwig Börne, den deutsch-jüdischen
Patrioten und Republikaner, überzeugte, hat nunmehr Heinrich Heine, den jüdisch-deutschen
Dichter und Weltbürger, erwählt. Am
Gestade des Rheines sieht er ihn aufwachsen: »Zeitkind Napoleons«, genährt mit
»französischem Geiste«. Aufklärung also, sogar Ideen der Revolution (1789). Mit
den Pyrrhussiegen der Restauration aber kommen über den Kaufmann, Studenten, Poeten
auch Unordnung und frühes Leid. Ein Querdenker und einsamer Widerständler, ringt
er sich durch, lässt er in Gedichten und Reisebildern die Puppen der Mächtigen
tanzen. Freilich kommen ihm Zweifel, ob er, der die Revolution in der Literatur
vertreten will, Mitstreiter finde: »Denn der Deutsche ist von Natur servil, und
die Sache des Volks ist nie die populare Sache in Deutschland.« Auf Helgoland
genießt er das Fern-Erlebnis der zweiten Pariser Revolution (1830): »Ich bin ganz
Freude und Gesang, ganz Schwert und Flamme.« So fährt er schließlich über den
Rhein, den »Jordan«, hinter dem das ferne Paris als ein »Mekka« der Gläubigen
schimmert, die sich für »Freiheit« und »Gleichheit« begeistern. Es wird tiefe
Enttäuschungen und keine Heimkehr geben. Der »letzte Dichter « der deutschen Romantik
und »erste« der bürgerlichen Moderne muss quälende Jahre in seiner Pariser »Matratzengruft
« verbringen. Aus dem Siechtum des Körpers aber erhebt sich ein hellwacher Geist
zur Zwischenbilanz der gelebten, nicht vollendeten Epoche: »Nein, die Revolution
ist noch eine und dieselbe, wir haben erst den Anfang gesehen, und viele werden
die Mitte nicht überleben!« Denn noch immer sind »Liberté! Égalité! Fraternité!«
nicht verwirklicht. Bocks
Essays, hinter deren brillanter Gestaltung die Mühen der Forschung wohltuend verdeckt
bleiben, lassen den Dichter als Zeitgenossen, »unseren älteren Bruder«, begreifen.
In der Kette der Generationen, die für eine gerechte und solidarische Menschenwelt
streiten, hat sich der Geistkämpfer Heine selbst gesehen. | |
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| Klaus
Steinitz, Wolfgang Kaschuba (Hrsg.) | |
Wolfgang
Steinitz: Ich hatte unwahrscheinliches Glück |
| | Ein
Leben zwischen Wissenschaft und Politik | |
384
Seiten, gebunden, mit 34 Abbildungen 19,90 € ISBN 978-3-320-02905-0 |
| bestellen
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| Klaus
Steinitz Professor, Wirtschaftswissenschaftler, Mitglied der Leibniz-Sozietät.
Zahlreiche Veröffentlichung zur deutschen und internationalen Wirtschaftsentwicklung
seit 1990.
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Wolfgang
Kaschuba Professor für Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität
zu Berlin, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Europäische Ethnologie.
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| | | | An
Wolfgang Steinitz erinnert bis heute das Signum »nach Steinitz«, eine benutzerfreundliche
Umschrift für das Russische, die bis in unsere Tage viele Verlage verwenden. Sein
100. Geburtstag im Jahre 2005 war Anlaß für verschiedenste Erinnerungen an den
Frühverstorbenen (1967). Daß einem Philologen und Völkerkundler, noch dazu einem
bekennenden Kommunisten fast vierzig Jahre nach seinem Tod so ausführlich gedacht
wird, deutet auf seine Ausnahmestellung hin. Er schuf gleich in mehreren Disziplinen
Bleibendes: in seinem eigentlichen Fachgebiet, der Finno- Ugristik, in der Slawistik,
in der Germanistik sowie in der Ethnologie. Das »Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache«
findet heute ebenso noch Verwendung wie seine Sammlung deutscher Volkslieder.
Steinitz
gehörte zu jenen Intellektuellen, die sich in den zwanziger Jahren der Entwicklung
in der Sowjetunion verschrieben, als rassisch Verfolgter arbeitete er nach 1933
erst in Moskau, dann als Gastprofessor an der Universität Stockholm und entging
so den Verfolgungen, den viele deutsche Emigranten ausgesetzt waren. Nach 1945
übernahm er im Osten Deutschlands verschiedene leitende Tätigkeiten in der Wissenschaft
und war zugleich politisch engagiert, u. a. als Mitglied des SED-Zentralkomitees,
aus dem er aber nach seiner Kritik an der Politik der SED 1958 ausschied. Steinitz
hat in mehreren Fächern einen großen Kreis von Schülern geschaffen. Viele von
ihnen sind in diesem Band vertreten – ein Stück Reflexion von Wissenschaft und
Politik in den ersten beiden Jahrzehnten der DDR auf außergewöhnlich hohem Niveau. | |
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| Joel
Joffe | |
Der
Staat gegen Mandela Die
Jahre des Kampfes und der Rivonia-Prozeß |
| Mit
einem Vorwort zur deutschen Ausgabe von Denis Goldberg, dem Angeklagten Nummer
Drei
Aus dem Englischen von Edelgard Nkobi
ca. 303 Seiten, Broschur
14,90 € ISBN 978-3-320-02076-7 |
| | bestellen |
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| Im
Rivonia-Prozeß wurden 1964 Nelson Mandela und als einziger Weißer Denis Goldberg
zu lebenslanger Haft wegen ihres Kampfes gegen das Apartheid-Regime in Südafrika
verurteilt. Eine internationale Solidaritätskampagne verhinderte die geplanten
und bis dahin in Südafrika üblichen Todesstrafen. Der Rivonia-Prozeß wurde zum
Anlaß für eine breite Widerstandsbewegung, die 1989/90 schließlich zur Befreiung
Mandelas und seiner Freunde sowie zum Sturz des Apartheid-Regimes führte. Der
Anwalt Nelson Mandelas, Joel Joffe, hatte gleich nach dem Rivonia-Prozeß dieses
Buch über die wirkliche Geschichte um Mandela und Genossen verfaßt, es aber dreißig
Jahre lang in der Schublade gelassen, um seinen Mandanten nicht zu gefährden.
Es erschien erstmals 1994 in Südafrika. | |
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